Ernährung
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Um die Lebensqualität auch nach dem Herzinfarkt zu halten und sich nicht dem Risiko eines neuen Infarkts auszusetzen, ist die Ernährungsumstellung eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gesundes Leben.

Ausgewogene Kost

Gerade die mediterrane Küche ist sehr für eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten geeignet, da sie es erlaubt, nicht gleich vollständig auf genussvolles Essen verzichten zu müssen. Menschen in südlichen Ländern leiden seltener an Herz- Kreislauf Erkrankungen als in den Nord- und Westeuropäischen Ländern. Wissenschaftler fanden heraus, dass dies maßgeblich mit der ausgewogeneren Kost, die sich in der mediterranen Küche wieder findet, zusammenhängt.
Auffällig ist im Süden der tägliche Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln, wie Pasta, Reis und Polenta. Zu fast jeder Mahlzeit werden außerdem Gemüse und Hülsenfrüchte, sowie Brot ohne Streichfett und Salat zu sich genommen. Zudem gehört reichlich Obst, je nach Saison und Region, auf den Tagesplan. Gekocht wird ausschließlich mit ungesättigten Fettsäuren wie Olivenöl. Fleisch wird nur in geringen Mengen gegessen und dann auch meist fettarmes Geflügel. Der Fleischverzehr wird eher durch den Verzehr von Fisch ergänzt, der aufgrund seiner Omega-3-Fettsäuren gesünder ist.
Die mediterrane Kost ist somit reich an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Im Gegensatz zum nördlich- / westlichen Speiseplan, der mehr aus Fleisch und gesättigten Fettsäuren besteht, enthält die mediterrane Kost weniger Salz und Cholesterin und liefert außerdem weniger Kalorien. Bei ihrer Ernährungsumstellung sollten sie also vor allem folgende Punkte beachten:

* pflanzliche Lebensmittel als Hauptbestandteil der täglichen Kost
* pflanzliche Öle, wie Olivenöl oder Rapsöl verwenden
* weniger tierische Lebensmittel
* weniger Salz und Zucker
* mäßiger Alkoholkonsum

Grüner Tee

Der Verbrauch von grünem Tee stieg ab den 90er Jahren enorm an. Ein durchaus positiver Effekt, wenn man bedenkt, dass in grünem Tee Vitamin A, B, B 2 und B 12 enthalten ist. Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Magnesium sind ebenfalls in ihm versteckt, sowie einige Spurenelemente.
Die wichtigen Inhaltsbestandteile des Tees sind allerdings die so genannten Flavonoide, die unter anderem auch in Äpfeln, Schokolade und Rotwein vorkommen. Flavonoide besitzen eine antioxidative Wirkung, schützen den Körper also vor freien Radikalen (die durch Rauchen, Stress, Umweltbelastung etc. entstehen) und können so die Oxidation, also die spätere Verengung von Gefäßen verhindern.
Bis jetzt wurde die vorbeugende Wirkung von grünem Tee wissenschaftlich von Feldforschern beobachtet. Teetrinker erkranken demnach seltener an Herz- Kreislauf- Erkrankungen. Grüner Tee allein schützt jedoch nicht vor einem Herzinfarkt, aber in Kombination mit einer gesunden Ernährung hat er durchaus eine positive Wirkung.

Omega 3 Fettsäuren und Herzgesundheit

Fettsäuren sind natürliche Bestandteile von Fetten und Ölen. Aufgrund ihrer Zusammensetzung lassen sie sich in 3 Gruppen unterteilen:
-    gesättigte Fettsäuren
-    einfach ungesättigte Fettsäuren und
-    mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren  werden noch weiter in die so genannten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterteilt.

Einige der Omega-3-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren. Dies bedeutet, dass sie vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden können, sondern in ausreichender Menge mit der Ernährung zugeführt werden müssen.
 
Die 3 wichtigsten und bekanntesten Vertreter sind die
-    Alpha-Linolensäure (ALA)
-    Eicosapentaensäure (EPA) und
-    Docosahexaensäure (DHA).

Omega-3-Fettsäuren findet man vorwiegend in (fettem) Kaltwasserfisch, wie z.B. Makrele, Hering oder Lachs oder auch in Pflanzenölen, wie z.B. Raps- Lein- oder Sojaöl.

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Omega-3-Fettsäuren beugen der Entstehung lebensgefährlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Die ersten Hinweise hierauf stammen aus Beobachtungen an Inuit in Grönland im Jahr 1944, die erstaunlich geringe Sterberaten aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen.
Mediziner und Ernährungswissenschaftler führen dies auf den hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Robben- und Walfleisch sowie Fisch zurück, die die Grundnahrungsmittel der traditionellen Ernährung der Inuit darstellen.
Ähnlich verhält es sich in Japan, wo ebenfalls traditionell viel Fisch verzehrt wird.


In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien durchgeführt, die den Zusammenhang von fischreicher Ernährung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersuchten.
Diese ergaben, daß eine ausreichende und dauerhafte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren das Risiko von Herzanfällen und Herztod um fast 50% verringern kann. Die wirksame Dosis liegt bei ca. 1 Gramm pro Tag.


Bei Erwachsenen haben Omega-3-Fettsäuren verschiedene Wirkungen:

Durchblutung:
-    Omega-3-Fettsäuren verringern die Blutgerinnung und die Plättchenaggregation
-    begünstigen die Erweiterung der Blutgefäße

Blutdruck:
-    Omega-3-Fettsäuren können erhöhten Blutdruck signifikant senken.

Blutfettwerte:
-    Omega-3-Fettsäuren können die Triglycerid- wie auch die LDL-Cholesterinwerte im Blut senken.

Chronische Entzündungen:
-    Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie z.B. rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Schuppenflechte (Psoriasis) können Omega-3-Fettsäuren die entzündlichen Prozesse positiv beeinflussen.
-    Beeinflussen die Bildung „positiver“ Eicosanoide

Sonstiges:
-    Die Omega-3-Fettsäure DHA ist von großer Bedeutung für die Entwicklung des Gehirns und der Augen.
-    DHA macht ca. 40% der Fettsäuren im Gehirn aus, in der Netzhaut der Augen sogar 60%.

Checkliste

Ernährung


  • Täglich 2 rote Äpfel, 1 Grapefruit und ca. 50 bis 100 Gramm Haferkleie mit Keim
  • 4 Portionen frisches Gemüse und Obst
  • wenig rotes Fleisch, fettarme Fleischsorten (Geflügel, Pute etc.)
  • Olivenöl, Nüsse
  • Seefisch
  • Zutaten wie Zwiebeln, Knoblauch, Chilischoten und Ingwer wirken blut verdünnend
  • Nikotinverzicht, Alkohol nur in Maßen genießen (z.B. gelegentlich ein Glas Rotwein)

(EK)