Entspannung

Rehabilitation

In der Rehabilitation geht es nicht ausschließlich darum, körperlich wieder fit zu werden, sondern ebenso darum, ein bewusstes Verhältnis zur eigenen körperlichen Belastbarkeit aufzubauen und verantwortlich mit Stress umzugehen.

Dabei helfen Entspannungsübungen, Atemübungen, autogenes Training und auch Yoga, denn auch die psychische Belastung nach einem Herzinfarkt sollte nicht unterschätzt werden, vor allem, wenn eine Herzoperation durchgeführt werden musste. Patienten sehen oft den eigenen Lebenswert in Frage gestellt und fallen nicht selten in Depressionen.

Aus diesem Grund ist sowohl die physiologische als auch die psychotherapeutische Behandlung Teil des Rehabilitationsprogramms.

Stress

Eine wichtige Rolle zur Vorbeugung eines Folgeinfarkts spielt der Abbau von Stress. Stress verursacht ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt, welches sich negativ auf Herz und Kreislauf auswirkt. Bei ausreichender Entspannung, also Pausen und Ruhezeiten, ist Stress allein nicht gefährlich. Doch nicht alle Menschen können mit Stress umgehen und wissen sich richtig zu entspannen. Autogenes Training und Muskelrelaxation helfen hierbei.

Autogenes Training

Autogenes Training lässt sich leichter in Gruppen unter Anleitung lernen, obwohl man es mittlerweile auch im Selbststudium mit Hilfe von begleitenden Büchern und CDs erlernen kann. Basierend auf Selbstsuggestion werden in einer bequemen Sitzposition oder auch im Liegen, kleine Formeln aufgesagt, wie z.B. „meine Arme werden angenehm schwer“. Diese sollen verinnerlicht werden und innere Ruhe einkehren, so dass der eigene Körper intensiver wahrgenommen wird. Wenn man die Übungen nach einiger Zeit korrekt beherrscht, können sie in Stresssituationen angewendet werden und so zur raschen Entspannung verhelfen.

Yoga

Auch durch die richtige Anwendung von Yoga kann ein Zustand völliger Entspannung und innerer Harmonie erlangt werden. Yoga kann leicht unter Anleitung erlernt werden, wenn man sich nur gezielt auf die Übungen einlässt. Dabei geht es beim Yoga hauptsächlich um die Einsicht, dass innere Ruhe und Erfüllung in sich selbst gefunden werden müssen und nicht ausschließlich durch äußere Einflüsse erreicht werden können. Durch die Übungen sollen Körper, Geist und Seele miteinander in Harmonie treten. Blockaden die z.B. durch Stress entstehen, können somit abgebaut werden und die Lebensenergie ungehindert durch den Körper fließen. Durch Yoga soll so ein wahres Glücksgefühl erreicht werden. Die Übungen werden meist im Schneidersitz vollzogen, wobei die Hände mit den Handflächen nach oben locker auf den Knien liegen. Der Oberkörper ist dabei aufrecht und die Augen sind geschlossen.

Meditation

Meditation zielt darauf ab ‚in sich zu gehen’, seine Wahrnehmung völlig auf sich selbst, den eigenen Körper und dessen Funktionen zu lenken. Auf diese Weise ist es möglich, völlig abzuschalten und zu entspannen.
Daher ist Meditation optimal geeignet um Stress abzubauen. Transzendentale Meditation senkt nachweislich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Bei einer Untersuchung von 60 Patienten mit Bluthochdruck, die sechs Monate lang meditative, spirituelle Übungen machten, waren die verhärteten Arterien deutlich weicher.

Andere Techniken

Um sich zu entspannen und Stress abzubauen bedarf es jedoch nicht unbedingt besonderer Techniken. Wer Yoga oder autogenem Training gegenüber eher skeptisch eingestellt ist, kann auch auf herkömmliche Weise z.B. durch Entspannungsmusik oder entspannende Massagen zur Ruhe kommen.

Entspannungsmusik / Meditationsmusik

Bei der Hektik und dem Alltags- Stress heutzutage kann Meditations- oder Entspannungsmusik ein gutes Hilfsmittel sein, um zur Ruhe zukommen und Aufregung und Nervosität abzubauen. Entspannungsmusik stammt aus den verschiedensten Musikstilen und Richtungen. Es handelt sich um ruhige, relativ einfache Musik mit sich wiederholenden Sequenzen, die von einem 60-Schlag Rhythmus pro Minute dominiert wird. Dieser Rhythmus entspricht einem entspannten Pulsschlag. Wenn man beim Musik hören die Augen schließt und sich ihr völlig hingibt, kommt der Körper schnell zur Ruhe, denn die Struktur der Meditationsmusik macht es einem besonders einfach, abzuschalten und zu entspannen.

Massage

Eine Massage löst nicht nur Verspannungen, sondern ist - richtig angewendet - auch äußerst angenehm. Das „Kneten“ der Muskulatur regt die Durchblutung an und löst so Verhärtungen, was die Muskulatur wiederum entspannt. Durch die entspannende Wirkung hat die Massage auch Einfluss auf das Nervensystem, welches zu einem psychischen Ausgleich gelangt.

Progressive Muskelrelaxation

Die progressive Muskelrelaxation (oder Muskelentspannung) ist ebenfalls ein Entspannungsverfahren, basiert im Gegensatz zum Autogenen Training jedoch nicht auf Autosuggestion. Diese Art der Entspannung ist für die meisten Menschen leichter zu erlernen und so werden schnell erste Erfolge erzielt. Die Technik setzt darauf, den Muskel zuerst gezielt anzuspannen, um daraufhin zu einer intensiveren Muskelentspannung zu gelangen.

Es gibt viele verschiedene Entspannungsmethoden. Jeder Mensch muss selbst herausfinden, welche für ihn am besten geeignet ist. Wichtig ist, dass der Stress in regelmäßigen Abständen abgebaut wird und es nicht zu einer Anhäufung kommt, denn dies kann einen Herzinfarkt begünstigen. 

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(EK)