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Minimal Invasive Chirurgie

Um die bei der klinisch etablierten Bypass- Chirurgie möglicherweise auftretenden negativen Auswirkungen wie zum Beispiel:

  • eine generelle Entzündungsreaktion des Körpers auf die Fremdoberflächen der Kunststoffschläuche
  • Störungen der Blutgerinnung mit Blutungsneigung 
  • neurologische Störungen
  • Schlaganfall

zu vermeiden wird seit einigen Jahren die so genannte minimal invasive Bypasschirurgie am schlagenden Herzen ohne Herz- Lungen- Maschine durchgeführt.

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Minimal invasive Chirurie ist der Oberbegriff für operative Eingriffe mit kleinsten Traumata und Einschnitten von Haut und Weichteilen.
Dabei müssen zwei Probleme bewältigt werden:

  • die Stabilisierung des Herzens, um ein ruhiges, möglichst bewegungsloses Operationsfeld zu erzielen.

 

  • die Minimierung der Blutung aus dem für die Bypassanlage notwendigerweise eröffneten Herzkranzgefäß, um ein “blutleeres“ Operationsfeld mit optimalen Sichtverhältnissen zu schaffen.

Es werden zwei Methoden verwendet:

  • Minimal Invasive Direct Coronary Artery Bypass (MIDCAB)
  • Off-Pump Coronary Artery Bypass (OPCAB)

Bei der MIDCAB-Technik erfolgt der Zugang zum Herzen über einen ca. 8 – 10 cm langen seitlichen  Einschnitt des linken Brustkorbes zwischen den Rippen.

Probleme dieser Technik:

  • nur die Herzkranzgefäße der Vorderwand des Herzens sind erreichbar
  • die Präparation der linken Brustwandarterie als Bypassgefäß ist schwierig
  • die seitliche operative Öffnung des Brustkorbes ist für den Patienten in der Regel schmerzhafter als die übliche Durchtrennung des Brustbeines.

Beim Off-Pump Coronary Artery Bypass (OPCAB) wird nicht das ganze Herz still gelegt. Der Chirurg stabilisiert nur den  kleinen Bereich, an dem der Bypass angenäht wird. So kann das Herz weiter schlagen und nur die durch Stabilisatoren und eine Saugglocke gesicherte Nahtstelle ruht für kurze Zeit.
Diese Technik ist mit deutlich weniger Risiken für die Patienten verbunden und hat sich besonders für Frauen als sicherer herausgestellt. Die Sterblichkeitsrate von Frauen nach einer Bypass-Operation konnte durch OPCAB um mehr als ein Drittel gesenkt werden. (SS)