Myoglobin

Myoglobin ist ein in der Skelettmuskulatur und im Herzmuskel   vorkommendes Protein, das als Sauerstoffspeicher dient. Man bestimmt es im Blut überwiegend zum raschen Ausschluss eines Herzinfarktes. Besonders viel Myoglobin findet sich in den auf Ausdauerleistung spezialisierten Muskelfasern.


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Der Nachweis von Myoglobin hat folgenden Nutzen:

  • die Erkennung und Verlaufsbeobachtung eines Herzinfarktes
  • um den raschen Ausschluss eines Herzinfarktes zu gewährleisten
  • die Erfolgskontrolle der Herzinfarktbehandlung
  • als sportmedizinischer Test zur Leistungsbeurteilung
  • um die Funktion der Niere zu beurteilen

Die Myoglobinbestimmung hilft bei der Diagnose eines Herzinfarktes, einen solchen innerhalb von 6 – 10 Stunden auszuschließen, denn bei einem Herzinfarkt ist Myoglobin meist schon nach 2 – 4 Stunden erhöht.

Somit ist Myoglobin ein so genannter früher Marker. Man kann einen Herzinfarkt praktisch ausschließen, sobald man nach mehrmaliger Bestimmung des Myoglobinwertes nach dem Schmerzereignis wiederholt ein normales Myoglobin vorfindet. Findet man dagegen innerhalb von 6-10 h nach Beginn der Schmerzen ein erhöhtes Myoglobin, so lässt sich keine sichere Aussage treffen, denn das Myoglobin könnte auch aus dem Skelettmuskel (durch körperliche Anstrengung) stammen und nicht durch den Herzinfarkt bedingt sein.
In diesem Falle sind herzspezifischere Marker erforderlich.

Für die Spätdiagnose ist Myoglobin weniger geeignet. Myoglobin muss häufiger gemessen werden, um einen Herzinfarkt sicher ausschließen zu können, besonders wenn die ersten Messungen ein normales Ergebnis aufweisen. Ein Schema sieht eine Bestimmung des Myoglobinwertes nach 2h, 4h und nach 8h vor. Dieses Schema ist ein so genanntes Ausschluss-Schema (siehe oben).
Ob das gemessene Myoglobin aus dem Skelett-Muskel oder aus dem Herz-Muskel kommt, lässt sich nicht unterscheiden. (AS)