Troponine

Kardiale Troponine sind herzspezifisches Eiweiße, die bei der Schädigung von Herzmuskelzellen in das Blut freigesetzt werden, wo es gemessen werden kann. Der Nachweis von kardialen Troponinen (Troponin I oder T) im Blut zeigt also einen Herzmuskelschaden an.
Dieser ist bereits 3-6 Stunden nach einem Herzinfarkt messbar. Durch Bestimmung des Troponinspiegels ab dem 3. oder 4. Tag kann ermittelt werden, wie viel Herzmuskelgewebe zerstört worden ist. Ein konstant normaler Troponinspiegel schließt einen Herzinfarkt dementsprechend aus.  

Der Nachweis Troponins hat folgenden Nutzen:

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  • die Erkennung und Verlaufsbeobachtung eines Herzinfarkts
  • die Erfolgskontrolle der Herzinfarktbehandlung
  • die Erkennung kleinerer Schädigungen des Herzmuskels
  • die Abschätzung des Risikos


Krankheitsverlauf von Patienten mit Angina Pectoris (Herzenge)

In bestimmten Fällen lässt sich schwer einordnen, ob es sich um eine Angina pectoris oder einen speziellen Herzinfarkt-Typ handelt. Man hat daher eine Infarkt - Grenze für das Troponin im Blut festgelegt. Liegt ein Wert über der Grenze (Cut off-Wert), spricht das für einen Herzinfarkt, liegt er darunter, spricht es dagegen. Ein kritischer Wert liegt z.B. über der 99. Perzentile einer gesunden Referenzgruppe.

Troponin hat einige Vorteile gegenüber anderen Herzmarkern.
Es ist spezifischer als andere Marker (ein erhöhter Troponinwert wird praktisch immer durch einen Herzmuskelschaden verursacht) und zumindest ebenso sensitiv wie andere Marker – bei einem Herzmuskelschaden wird sich immer ein erhöhter Troponinwert zeigen.
Außerdem bleibt Troponin nach einem Herzinfarkt länger erhöht als andere Marker (1-2 Wochen). Das bedeutet, dass man den Infarkt auch dann bemerkt, wenn er schon ein bis zwei Wochen zurückliegt.
Dies birgt jedoch auch Risiken, denn ein neuerlicher Infarkt (ein so genannter Re-Infarkt), der wenige Tage nach dem ersten auftritt, kann dadurch schlechter diagnostizierbar sein. Außerdem steigt Troponin mit 3-6 Stunden nach dem Infarkt im Schnitt erst später an als andere Marker.
Trotzdem hat sich Troponin als zuverlässiger Marker für die Risikoabschätzung, die Wahl der Behandlung und die Erfolgskontrolle der Behandlung etabliert und wird routinemäßig eingesetzt. (SY)