Biomarker
Image Die Diagnose des Herzinfarkts wird in den letzten Jahren verstärkt über sogenannte kardiale Biomarker (auch Herzmarker genannt) erstellt. Kardiale Biomarker sind Enzyme oder Proteine des Herzgewebes, die in das Blut gelangen, wenn eine Schädigung des Herzens eintritt. Diese Eigenschaft macht Sie bei der Diagnose von Herkrankheiten besonders wertvoll.
Im Jahr 2000 hat die WHO dementsprechend ihre Richtlinien bezüglich der Diagnostik von Herzinfarkten neu definiert. Erhöhte Werte kardialer Biomarker können seitdem als Kriterium zur Diagnose von Infarkten herangezogen werden.

Problematisch bleibt allerdings, inwieweit die Biomarker tatsächlich Auskunft über die Art der Herzkrankheit geben können. Das Kommittee zur Standardisierung von Markern der Herzschädigung (Committee on Standardization of Markers of Cardiac Damage) hat dazu ein Kriterien des idealen Markers veröffentlicht. Danach sollte ein Herzmarker folgende Eigenschaften haben:

  • Vorkommen in hohen Konzentration im Herzgewebe und geringes bzw. keine Vorkommen in nicht-Herzgewebe. Somit wird eine hohe Herspezifität erreicht.
  • Schnelle Abgabe ins Blut nach Herzschädigung, um eine hohe Sensitivität in frühem Stadium nach Schmerzbeginn zu erreichen.
  • Erhöhung der Werte über einen längeren Zeitraum
  • Möglichkeit der schnellen Messung

Bisher erfüllt kein im Einsatz befindlicher Marker diese Kriterien vollständig. Die bisher verwendeten Marker werden daher teilweise kombiniert und als Ergänzung zu anderen diagnostischen Maßnahmen eingesetzt. Damit wird versucht, das diagnostische Dilemma zu umgehen. Denn einige Marker sind zwar früh messbar, allerdings auch wenig herspezifisch, während andere Marker herzspezifisch sind, jedoch erst sehr spät erhoben werden können, wenn das Herzgewebe bereits zu großen Teilen geschädigt ist.

Folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Herzmarker in einer groben zeitlichen Einteilung.

  Frühmarker   Spätmarker
 GPBB  Troponine(T,I)
 Myoglobin
  CK / CK-MB
 (FABP)  (LDH)
 (IMA)  (GOT)
   
(EK)