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Risikofaktoren
Ein Herzinfarkt kann mehrere Ursachen haben. Oftmals kommen auch verschiedene Faktoren zusammen, die einen Herzinfarkt begünstigen. Im Alter beispielsweise erhöht sich das Risiko der Gefäßverkalkung zunehmend; somit sind ältere Menschen grundsätzlich eher von Herzinfarkten betroffen als jüngere.

Lebensweise

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Aber auch die Lebensweise hat einen entscheidenden Einfluss auf das Herz. So gehören Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten in die Risikogruppe "Herzinfarkt".Cholesterin gehört zur Gruppe der Fette im Körper und wird teils über die Nahrung aufgenommen und teils vom Körper selbst in der Leber produziert. Während der Körper dieses Fett braucht um Zellen aufzubauen, ist ein erhöhter Cholesterinspiegel jedoch gefährlich. Zu viel Cholesterin begünstigt Gefäßablagerung und Gerinnselbildung maßgeblich; um einem Herzinfarkt vorzubeugen sollte auf eine fettreduzierte Nahrung geachtet werden.


Bluthochdruck

herz_frequenz Ein weiterer Faktor beim Herzinfarkt ist der Bluthochdruck (Hypertonie). Im Alter zwischen 25 und 74 Jahren haben weniger als 40 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen Blutdruckwerte im normalen Bereich (< 130/85 mm Hg).Ab dem 50. Lebensjahr hat fast jeder Zweite in der Bevölkerung zu hohe Blutdruckwerte. Es wird angenommen, dass die Gefäße ab einem bestimmten Alter an Elastizität verlieren, aber eine eindeutige Ursache für Hypertonie gibt es nicht. Allgemein sind jedoch Faktoren wie Bewegungsmangel, fettreiche Ernährung und Rauchen maßgeblich daran beteiligt.



Diabetes

Ebenfalls zur Risikogruppe gehören Diabetespatienten. Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt.
Es gibt zwei wesentliche Formen des Diabetes: Typ-1-Diabetes entsteht durch einen Mangel am Hormon Insulin. Körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) zerstören die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dies ist der klassische Insulinmangeldiabetes, der meist schon im Kindes- oder Jugendalter beginnt.
Typ-2-Diabetes entsteht zum einen durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Insulinresistenz). Zum anderen führt eine jahrelange Überproduktion von Insulin zu einer "Erschöpfung" der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes wird auch als Altersdiabetes bezeichnet, da er meist erst im Erwachsenenalter beginnt. Heute trifft der Altersdiabetes aber auch stark übergewichtige Jugendliche.
Rund 95 Prozent der geschätzten sechs Millionen Diabetiker in Deutschland leiden unter Typ-2, nur fünf Prozent unter Typ-1. Beide Diabetesformen können familiär gehäuft vorkommen.

Übergewicht

TP49 Starkes Übergewicht durch zu viel Körperfett (Adipositas) wirkt sich besonders negativ auf das Herz aus, da die Arterien durch zu viele Fettablagerungen verkleben.
Übergewicht wird mittels Körpermassindex BMI (Körpergewicht(kg)/Körpergröße(m)²) gemessen und klassifiziert. Indikatoren für den Anteil von Körperfett und dessen Verteilung sind der Bauchumfang und das Taille – Hüft - Verhältnis.
Für das kardiovaskuläre Risiko ist weniger das Ausmaß des Übergewichts als vielmehr das Fettverteilungsmuster entscheidend. Besonders nachteilig wirken sich hier Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus.



 

Rauchen

TP50Rauchen gilt als der Risikofaktor Nummer Eins für den Herzinfarkt. Es führt zu Durchblutungsstörungen im ganzen Körper.
Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher ein viermal höheres Herzinfarktrisiko; wird das Rauchen aufgegeben, so senkt sich die Infarktgefahr bereits nach einem Jahr um 50%.
Das beim Rauchen aufgenommene Kohlenmonoxid ist an der Entwicklung des Herzinfarktes maßgeblich beteiligt. Kohlenmonoxid ist ein Gift, dessen Wirkung auf seiner 210fach höheren Bindungsfähigkeit an den roten Blutfarbstoff gegenüber dem Sauerstoff der Luft beruht.
Dies beeinträchtigt den lebenswichtigen Sauerstofftransport der roten Blutkörperchen stark. Bis zu 18% des Blutfarbstoffes (Hämoglobin) können bei starken Rauchern blockiert werden. Dies führt auch zu einer vermehrten Einschwemmung von roten Blutkörperchen ins Blut und damit zu einer "Verdickung" des Bluts. Kohlenmonoxid schädigt außerdem die inneren Wände von Blutgefäßen. Somit können Fettstoffe in die Blutgefäßwand eindringen und bewirken damit eine schnellere Alterung der Blutgefäße.


Stress

TP51 Auch dauerhafter Stress hat negative Auswirkungen auf das Herz. Bei Stress reagiert der Körper mit der Ausschüttung von Adrenalin; ein Vorgang, der in Notsituationen lebensrettend sein kann: Die Herz- und Skelettmuskelgefäße erweitern sich, und man ist aufnahmefähiger und reaktionsschneller.Allerdings kann Stress auf Dauer die Gesundheit stark gefährden. Adrenalin bewirkt nämlich auch eine stärkere Pumpleistung des Herzens, erhöht den Blutdruck und beschleunigt den Herzschlag. Chronischer Stress belastet das Herz in höchstem Maße und kann daher einen Herzinfarkt hervorrufen.


Geschlecht

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Männer bekommen häufiger einen Herzinfarkt als Frauen – dies ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Grund dafür sind die weiblichen Östrogene, die der Frau einen natürlichen Schutz vor dem Infarkt bieten. Jedoch wird dieser Schutz bei Einnahme von künstlichen Hormonen wie z.B. der Anti-Baby-Pille, besonders in Kombination mit Rauchen, wieder aufgehoben.
Auch in den Wechseljahren, wenn der Östrogengehalt abnimmt, sind Frauen gefährdet. Deshalb zählen Frauen genau wie Männer immer häufiger zur Risikogruppe. (SY)